Sonntag, 25. Mai 2008

Die naxische Urlaubskatze und andere Urlaubsfotos


Hier siehst Du die Katze, die mir auf Naxos Urlaubsgesellschaft geleistet hat. Sie ist eigentlich eine Straßenkatze, wohnt aber in der Pension Kastell und hat neuerdings sogar ein weiteres obdachloses Straßen(katzen)kind dort untergebracht.

Die Urlaubskatze guckt vom Balkon






Die Urlaubskatze plaudert


Die Urlaubskatze tut so, als ob sie NICHT aufs Futter wartet




Vielleicht wollte sie einfach ein Familienpäuschen - sie saß tagelang mit mir auf dem Balkon und erzählte entspannt, sobald ich sie ansah. Was ich zu sagen hatte, interessierte sie auch, aber sie hatte grundsätzlich immer das letzte Wort. Wenn ich las, schlief sie ein Ründchen. Morgens stand sie schon äußerst kommunikativ vor der Tür, egal wie früh ich aufstand.


Die Urlaubskatze schläft und wacht auf













Dieses Tor siehst Du auf allen Naxos-Seiten im Internet. Die Portara auf der kleinen Halbinsel Palati, 6m hoch
aus Marmor, bei Sturm und Sonnenschein, von hinten, von vorne, morgens, abens... wer kann sich dieses Motiv schon verkneifen?







































Strandspaziergänge























Überlandspaziergänge












gemütliche Stunden auf dem Balkon und im Lieblingscafé am Hafen










und insgesamt 11 Stunden Seereise mit der Blue Star Naxos



bei bestem Wetter, die mir liebste Art, zu reisen.









Die beiden Verantwortlichen für das Fest- und Losmachen des Schiffstaus auf Paros














Zum Schluss gibt es noch einen geflügelten Löwen, es ist nicht der San Marco-Löwe mit Dreadlocks, sondern die Sphinx, die die reichen Naxier neben anderen Geschenken dem Apollo-Heiligtum in Delphi gestiftet hatten.


Diese Kopie sitzt, Marmor natürlich, vor dem Rathaus von Naxos und guckt aufs Meer.

Die Naxier haben seinerzeit (heißt, um die 600 v. Ch.) jede Menge Löwen verschenkt, u. a. an das Apollo-Heiligtum in Delos, von denen einer es nach Venedig geschafft hat. Geklaut von Francesco Morosini, hat er seinen Platz vor dem Arsenale.
(Siehe Eintrag in meinem Venedig-Blog vom 3.5.08, Löwe ganz rechts.)


Und damit schließt sich der Kreis meines Naxos-Fotoberichtes!



Samstag, 24. Mai 2008

Mit dem Bus unterwegs auf Naxos

Reste von 'Türmen' am Ortsrand von Apiranthos


Es gibt ein gutes Busnetz auf Naxos - im Gegensatz zum Taxiverkehr letztes Jahr auf Kythira. Angepasst an die Bedürfnisse der Einwohner, d. h. im Wesentlichen vormittags. Die letzten Busse von der Hauptstadt weg gibt es bei Schulschluss um 14 Uhr, die letzten Busse zurück gegen 16 Uhr. Reicht aber für meinen Bedarf an Mobilität.





Ein schönes großes Dorf in den Bergen mit alten und neuen 'Türmen' und sehr einladenden Straßencafés ist Filoti, aber ich habe es nicht geschafft, dort auszusteigen. Entweder war ich unterwegs zu entfernteren Zielen oder im letzten Bus zurück.





In Apiranthos bin ich ausgestiegen und was war: die vorhandenen drei Museen (geologisches, volkskundliches, archäologisches) geschlossen, die Kirche selbstverständlich auch, und die lokale Bibliothek, eine private Stiftung auf die ich besonders gespannt war, wird komplett umgebaut. Ich habe mich während eines Gewitters im Rohbau untergestellt. Diese Reise stand bildungsmäßig einfach unter keinem guten Stern.
Marmortafel über der Tür eines Wohnhauses in Apiranthos. "Manolis jetzt verlässt du das goldene Nest in dem du ohne Kummer lebtest, und ziehst in eine dunkle Welt, weit entfernt, um ohne Rückkehr dort zu bleiben". Gereimt! Diese Geschichte wüsste ich gerne.




Viele Häuser, Treppen und sogar die Plateia und die Hauptwege im Bergdorf Apiranthos sind aus weißem Marmor. Es gibt eine Dorfkirche plus Friedhof, und zusätzlich fand ich über den ersten Hügel weg einen völlig neu angelegten Friedhof. Marmorgräber, viele unbelegt, und Mamorpflaster rund um eine sehr alte Kapelle. Die Kapelle ist leer (nächstes Gewitter und Unterschlupf in dieser Kapelle, die ziemlich undicht ist), vielleicht soll sie noch renoviert und für liturgische (Begräbnis-) Zwecke wieder eingerichtet werden?

Neuer Friedhof in Apiranthos, im Hintergrund Nachbarins
eln.

Apiranthos hatte im 17. Jahrhundert
eine starke Einwanderung aus Kreta (vielleicht im Zusammenhang mit dem Abzug der Venezianer, wie auf Kythira?). Der Reiseführer weist darauf hin, dass hier "ein kretischer Dialekt" gesprochen würde. Es ist tatsächlich ein hardcore-kretisch von hinter allen Bergen, das jeden kretischen Städter umhauen würde. Erstaunlich!

Großer verwitterter Marmorblock im Vordergrund, erinnert mich an die wunderbare Leder/Marmorinstallation von Giuseppe Penone auf der 52. Biennale in Venedig...




Naxos ist eine A
grarinsel mit eher zurückhaltendem Tourismus. Die bergigen Inselteile sind bedeckt von überaus gepflegten alten und neu angelegten Terassen. Toll, und sehr beeindruckend im Vergleich zu den vernachlässigten Terassen auf anderen Inseln, die im Wesentlichen vom Tourismus leben.

Terassen unverwackelt im Vorbeifahren vom Bus aus!







Der
Busfahrer telefoniert mal














Frühli
ng auf Marmor





Sprudelnder Bach in der Nähe von Apollonas, der als Bewässerungssystem die Gartenterassen eines ganzen Berghangs bis ins Tal mit Wasser versorgt.
















Ich habe eine Menge winziger Orchideen gefunden, kleiner als 10 cm. Hier eine gelbe Ragwurz (bevor ich den Trick mit den Blumen-Nahaufnahmen raushatte...)


Mitten im grünen fruchtbaren Naxos, zwischen Tsikaliaro und Pano Potamia liegt eine baumlose, hochtürmte Felswüste die so archaisch,wild und unzugänglich s
cheint, dass man sich fragt, warum da noch kein Film gedreht wurde (Pasolini, wenn er denn noch...?).



Au
f dem nicht sehr hohen Gipfel von gut 400 m liegt das Apano Kastro, die 'obere Burg', der Venezianer, die wohl der Kontrolle der relativ dicht besiedelten Hochebene diente. Die ich wegen erforderlicher Kletterei Knie- und Fußbandagen nicht besucht habe. Leider.









In
einer Senke am Eingang dieser Felswüste gibt es eine beeindruckende geometrische Nekropole.



Die letzten drei Fotos zeigen die geometrische Nekropole (= Friedhof). Am Eingang noch grün, geht die Landschaft schnell in die Felsenwüste der Umgebung über. Auf dem unteren Bild sieht man auf dem Berggipfel die Ruinen der venezianischen Bergfestung Apano Kastro. Naja, nicht viel davon... ein bißchen Befestigungsmauer.






















Freitag, 23. Mai 2008

Byzantinische Kirchen auf Naxos

Blick übers Tal: Panagia Rachidiotissa (zwischen Rachi und Moni). Der Name bezieht sich entweder auf den Ortnamen Rachi (Rücken) oder die Panagia ist zuständig für Rückenleiden...


Die westliche Tiefebe
ne von Naxos und vor allem die Hochebene in der Mitte der Insel ist voll von byzantinischen Kirchen. DIE ALLE VERSCHLOSSEN SIND. Das ist schon eine frustierende Angelegenheit, entspricht aber der Erfahrung auf Kythira im letzten Jahr.


Marmorhalde mit wilden Lupinen unterwegs



Panagia Drosiani, 'Die Erfrischende' nahe Moni, Fassade. Angeblich die älteste Kirche der Kykladen mit Wandmalereien datiert 590. Sie hat kleeblattförmige Seitenkapellen, die einzeln überkuppelt sind.





Panagia Drosiani, Rückseite


















Byzantinisch heißt frühchristlich und später, bis zur Eroberung des byzantinischen Kaiserreiches durch die Ottomanen/Türken 1453. Noch vor der Kirchenspaltung in orthodoxe und westliche Kirche 1054 gab es gute 100 Jahre lang den Bilderstreit, in dessen Folge Darstellung von Heiligen etc. verboten wurde. Auf Naxos gibt es in einigen Kirchen einmalige bildliche Darstellungen aus dieser Verbotszeit und der Zeit davor (schreiben kunsthistorische Reiseführer), die ich gerne gesehen hätte, aber die Kirchen sind VERSCHLOSSEN.




Panagia Drosiani, Seitenfassade und Friedhof (wie überall auf Naxos komplett im Marmor)













Man kann auch nicht in einem kleinen Dorf die Schlüssel organisieren für Kirchen, die irgendwo zu Fuss zu erreichen in
den Oliven stehen. Das klappt allenfalls, wenn man sich eine Weile aufhält und den Leuten bekannt geworden ist, und zwar nicht vom Sehen, sondern von Gesprächen.


Agios Georgios Diasoritis (Georgios im Sarg, oder aus dem Sarg. Bei mehrdeutigen Vorsilben wie 'dia-' weiss man das Ergebnis oft nur im Zusammenhang. Und da ich nicht REIN KONNTE und niemand zum fragen da war, weiss ich es nicht.) zwischen Chalki und Tsikaliaro. Ein paar antike Teile vor der Kirchentür.










































Namenlose Kapelle am Feldweg nach Tsikaliaro





N
aja, immerhin bleiben schöne Wanderungen durch die wunderbare Frühlingslandschaft der fruchtbaren Hügel um Chalki, Filoti und Apiranthos in der Mitte der Insel. Und beeindruckende Aussenansichten tausendjähriger Kirchen.








Vielleicht fällt ja irgendwann jemandem ein Konzept ein, das die Kirchen (überall in Griechenland) den Interessierten öffnet und gleichzeitig das Sicherheitsbedürfnis der Griechen berücksichtigt und die Kunstschätze schützt.



Panagia Protothroni (Erste auf dem Thron) mitten in Chalki, Rückseite. Die Fassade ist schlicht, ausserdem ist die Kirche vorne unschön eingequetscht zwischen enger Ortsdurchfahrt und eingefasstem Flussbett.



Alle historischen und kunsthistorischen Stätten sind auf Naxos sehr gut, um nicht zu sagen riesig, ausschildert. Motorisiert und als Wanderer kann man kaum was verpassen, mal davon abgesehen, dass alles, was eine Tür hat, verschlossen ist...






Samstag, 17. Mai 2008

Naxos - venezianische Landhäuser 'Türme'


Auch diie erhaltenen Landhäuser der venezianischen Feudalen werden 'Turm' (Pyrgos) genannt, obwohl sie eigentlich keine Türme sind, sondern 3-4stöckige sehr massive Feldsteinhäuser mit mehreren Aussentreppen und einer hohen Ummauerung. Ich zeige Dir hier Fotos von Türmen in Chalki und seiner Umgebung.

Zugang zum Turm 'Grazia' der Familie Barozzi am Ortsrand von Chalki (rechts renovierte Ummauerung).





Zwei Blicke hinter das Gittertor in den Innenhof des Turms. Eingänge im Parterre und 1. Etage. Zwischen dem 2. und 3. Stock scheint es ein Mezzanin, eine Zwischenetage, zu geben (kleine Fenster). Wappen über den Eingängen. Das Gebäude ist sichtlich gut renoviert, vemutlich gefördert, den Anstrich finde ich zu hell.









Verglichen mit den kleinen flachen Häusern der griechischen Inselbevölkerung im 13.-17. Jahrhundert sind sie allerdings sehr groß und hoch, mussten aber auch in der Regel eine Art 'Hof' beherbergen, mit Sicherheit auch Ställe und Bevorratung.





Rückseite des Turms. Ich wüsste gerne, was diese zylindrische Ausbuchtung über 2 Etagen hoch an der Rückseite bedeutet. Eine katholische Hauskapelle vielleicht?
Im Vordergrund die Mauer aus Marmorbrocken, Naxos ist berühmt für seinen Marmor, auf den man überall
trifft. Besonders in der Sonne glitzert er einfach schön.









Sie liegen heute teilweise einsam in Feldern, öfter mitten in Ortschaften, vereinzelt, aber auch in Nachbarschaft zueinander. Sie wurden in bestehenden Ortschaften errichtet, manchmal scheinen aber auch kleine Ansiedlungen um ein Landhaus herum entstanden zu sein.







Der Markopolitis-Turm am Ortsrand von Akadimi ist ein Beispiel für spätere Türme, gebaut im 18. Jahrhundert innerhalb eines Ensembles älterer Gebäude, die ihn heute als als Ruinen umgeben. Pflastergasse zwischen den ummauerten Gebäuden
links und rechts.













Rund um diesen Turm ist es eng, deshalb ist er schwer zu fotografieren. Hinter der nächsten Mauer wird innerhalb der venezianischen Ruinen wiederaufgebaut, zum Teil mit Natursteinen, zum Teil mit Putz in einem schönen passenden Ockerton. Beides gefällt mir gut (naja, ohne Denkmal
schutz gabs da sicher keine Genehmigungen...).









Traumhafte Baustelle ehemaliger Gewölbe...





































Wie das Land gehörte die Inselbevölkerung den Feudalen, beide standen Ihnen zur Ausbeutung zur Verfügung, beide waren vor Übergriffen (Türken, Piraten, teilweise in Personaleinheit) zu schützen. Hat nicht immer geklappt, der bis heute in alle Reiseführer hinein berüchtigte Pirat Barbarossa hat von Apulien übers ionische und kretische Meer und quer durch die Ägäis auch auf Naxos massakriert und entführt und letztlich die Insel für den Sultan erobert. Ab 1537 zahlten die Venezianer "Steuern" , ab 1566 wurde das Lehen vom Sultan vergeben. Aber Naxos wurde nicht türkisch bevölkert, so dass die Oberschicht der Insel weiter von Venezianern und venezianischen Nachkommen gestellt wurde.






Romatische Ruinen in Akadimi, Pyrgos Markopolitis im Hintergrund


















Die Grundform des Pyrgos wird heutzutag
e gerne für größere Familienhäuser oder kleinere Hotels genutzt. Auf der Fahrt über die Insel siehst Du überraschend viele "Türme", die man erst auf den zweiten Blick als neu erkennt, hauptsächlich an den fehlenden Schutzmauern und den kleinen Terassen auf allen Etagen. Die hatten die Venezianer nicht, wären auch für die Verteidigung zu ungeschickt gewesen. Die alten und neuen Türme sind ein ganz eigener Architekturstil, daran würde ich Fotos von Naxos immer erkennen. So wie Sifnos an seinen venezianischen Taubenhäusern zu erkennen ist und Kythira an seinen Backöfenschornsteinen neben den Wohnhäusern.

Eine Form der modernen 'Türme': typisches Strandhotel in Naxos Chora. Es gibt aber Imitate, die viel näher an den Originalen sind...




Panorama der Orte Kaloxylo, Chalki, Filoti, Akadimi (von links nach rechts) mit einigen sichtbaren 'Türmen'

(Wenn Du genau hinsiehst...)